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Der Dachverband der privaten Krankenversicherung
(PKV-Verband) erarbeitete nach umfassender Analyse und Auswertung der
wirtschaftlichen Rahmendaten der Krankenversicherungen einen
Kennzahlenkatalog, der im Dezember 1996 zur Veröffentlichung kam.
Es
wurden 13 Kennzahlen erarbeitet, die in der Regel alle nachprüfbar aus
den Geschäftsberichten der Gesellschaften entnommen wurden.
Das
schafft eine qualifizierte Grundlage für einen Überblick der
betriebswirtschaftlichen Situation der Unternehmen. Der Kennzahlenkatalog
eröffnet der Fachpresse die Möglichkeit,
für Ratings und Rankings auf Zahlen zurückzugreifen, die die Branche
selbst für aussagekräftig hält. Fehlsteuerungen durch die Bewertung
"unsinniger" Zahlen sollen dadurch weitestgehend vermieden
werden.
Für einen Unternehmensvergleich
sind neben den Kennzahlen weitere Faktoren von Bedeutung. Hierzu gehören
beispielsweise die Dienstleistungsqualität (Service, Beratung, Betreuung)
und das Tarifwerk (Beitrags-/Leistungsverhältnis, mehrere Tarifwerke mit
geschlossenen Tarifen). Die Daten hierzu sind aus den Geschäftsberichten
nicht unmittelbar ableitbar und müssen separat in die
Entscheidungsfindung einfließen.
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Der Kennzahlenkatalog
stellt die betriebswirtschaftliche Situation
eines Unternehmens im Wesentlichen
in drei Komplexen dar.
1. Kennzahlen zur Sicherheit des Unternehmens und Finanzierbarkeit der Beiträge im Alter.
Hierunter fallen die Eigenkapitalquote,
die RfB-Quote (Rückstellung für Beitragsrückerstattung) und die Überschussverwendungsquote.
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2. Kennzahlen zum Erfolg und zur Leistung des Unternehmens
Das sind die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote, die unmittelbar mit der Schaden-, Verwaltungskosten- und Abschlusskostenquote zusammenhängt, und die Nettoverzinsung.
3. Kennzahlen zum Bestand und zur Bestandsentwicklung
Hierbei handelt es sich um Bestands- und Wachstumskennzahlen, die aufgrund einer bisher uneinheitlichen Zählweise aus den Geschäftsberichten nicht entnommen werden können und somit erst für die Zukunft in die Interpretation einfließen.
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Eigenkapitalquote
Die Eigenkapitalquote gibt das Verhältnis von Eigenkapital und Beitragseinnahmen wieder. Sie verdeutlicht, wie sicher das Unternehmen ist, bzw. inwieweit das Unternehmen etwaige kurzfristige Verluste ausgleichen kann.
RfB - Quote
Die RfB - Quote beschreibt, wieviel Geld sich in der Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung zum 31.12. d. J. befindet, im Verhältnis zu den Beitragseinnahmen.
Die in der RfB befindliche Mittel werden vom Unternehmen eingesetzt um die Beitragsrückerstattung (BRE) zu finanzieren und für Einmalbeiträge zur Begrenzung von Beitragsanpassungen. Je höher die Quote, um so größer sind die Möglichkeiten zur Einflußnahme bei Beitragsanpassungen für den Versichertenbestand für die Zukunft.
RfB - Zuführungsquote
Die RfB - Zuführungsquote zeigt, wieviel Geld, bezogen auf die Beitragseinnahmen, der Rückstellung für Beitragsrückerstattung in einem Geschäftsjahr zugeführt wird.
Die Quote beschreibt, wieviel Prozent der Beitragseinnahmen eines Geschäftsjahres für "zusätzliche" Leistungen (BRE) und Einmalbeiträge eingestellt werden. Die Bewertung sollte stets im Zusammenhang mit der RfB-Quote erfolgen.
RfB - Entnahmeanteile
Die Quote gibt an, wieviel Prozent der Entnahme aus der RfB auf die Barausschüttung (BRE) (A4a) bzw. auf Einmalbeiträge (A4b) entfällt.
Da es sich hierbei nicht um die Ausschüttung im Verhältnis zu den Beitragseinnahmen insgesamt handelt, sondern nur um die Gewichtung zwischen BRE und Einmalbeitrag eines Geschäftsjahres, kann aus dieser Quote praktisch keine qualitative Bewertung erfolgen. Außerdem schwanken die Quoten sehr stark, da Einmalbeiträge i. d. R. nur bei Beitragsanpassungen erfolgen.
Überschussverwendungsquote
Die Kennzahl zeigt an, in welchem Umfang der wirtschaftliche Gesamterfolg an die Versicherten weitergegeben wird.
Die Quote sollte immer vor dem Hintergrund der absoluten Höhe des Rohergebnisses gesehen werden, da eine hohe Quote aus geringen Überschüssen den Versicherten letztlich wenig nützt.
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Versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote
Die Quote gibt in Prozent der Beitragseinnahmen an, wieviel davon nach Abzug der Aufwendungen für Schäden (Tarifleistungen und Zuführung zur Alterungsrückstellung) und Kosten (Verwaltungskosten und Abschlusskosten) übrig bleiben.
Diese Kennzahl ermöglicht eine zusammenfassende Betrachtung der Schaden- und Kostensituation des Versicherers. Eine positive Quote sagt aus, dass
die Beiträge ausreichend kalkuliert sind. Eine negative oder auch deutlich unterdurchschnittliche Quote kann ein Indiz für notwendige Beitragsanpassungen sein.
Schadenquote
Diese Quote zeigt auf, in welchem Umfang die Beitragseinnahmen unmittelbar in Versicherungsleistungen und Alterungsrückstellungen fließen. Eine isolierte Betrachtung der Quote ist wenig sinnvoll, da die Schadenquote in Verbindung mit den Verwaltungs- und Abschlusskosten (B3, B4) sich letztlich wieder in der versicherungsgeschäftlichen Ergebnisquote widerspiegelt. Hierbei ist insbesondere darauf zu achten, dass die Schadenquote - anders als in der Vergangenheit - nunmehr neben den Tarifleistungen und den Schadenregulierungskosten auch die jährliche Zuführung zur Alterungsrückstellung beinhaltet.
Verwaltungskosten
Die Kennzahl gibt an, wieviel Prozent der Beiträge für die Verwaltung der Versicherungsverträge aufgewendet wird.
Abschlusskostenquote
Diese Quote zeigt auf, wieviel Prozent der Beiträge für den Vertragsabschluß aufgewendet werden.
Die Höhe der Abschlusskostenquote ist in starkem Maße abhängig vom Neu- und Bestandsgeschäft. Allerdings belasten auch aufwendige Außendienststrukturen sowie bestimmte Innendienstteile wie Vertrieb, Marketing, Werbung, Antrag die Abschlusskostenquote, und zwar weitestgehend unabhängig vom Neugeschäftsvolumen.
Nettoverzinsung
Die Kennzahl gibt an, welche Verzinsung ein Unternehmen aus den Kapitalanlagen erzielt.
Die Nettoverzinsung berücksichtigt sämtliche Erträge und Aufwendungen für bzw. aus Kapitalanlagen. Einbezogen sind damit auch die Gewinne und Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen sowie die Abschreibung auf Wertpapiere, Investmentanteile und Grundbesitz.
Laufende Durchschnittsverzinsung
Diese Kennzahl zeigt auf, wie gut ein Versicherer anlegt, wobei allerdings nur die laufende Kapitalanlagenerträge und -aufwendungen berücksichtigt werden.
Für die PKV selbst ist die Nettoverzinsung die aussagekräftigere Kennzahl.
Bestandskennzahl
Information über Bestandsgröße und -struktur.
Wachstumskennzahl
Beurteilung der Wachstumssituation des Unternehmens. Die beiden C-Kennzahlen sind teilweise für die Interpretation der A- und B-Kennzahlen nicht unerheblich. Durch eine bislang nicht einheitliche Zuordnung und Zählweise der versicherten Personen können diese Kennzahlen wohl erst in der Zukunft mit einbezogen werden und müssen somit in der Vergangenheitsbetrachtung außer Ansatz bleiben. |
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