Informationen zur PKV
   

Übersicht

 
   

Arbeitgeberzuschuss

 
   

Basistarif

 
   

Beihilfe

 
   

Beitragsanpassungen

 
   

Bemessungsgrenzen

 
   

Der Beitrag in der GKV

 
   

Die GKV im Alter

 
   

Die PKV im Alter

 
   

Erziehungszeiten

 
   

gesetzlicher Zuschlag

 
   

Kindesnachversicherung

 
   

Kündigungstermine

 
   

Sozialversicherung/Daten

 
   

Standardtarif

 
   

Überschussbeteiligung

 
   

Versicherungswechsel

 
  Analyse
   

Bilanzkennzahlen

 
   

Kennzahlenkatalog

 
   

Presseberichte

 
  Angebot
   

Angestellte

 
   

Selbständige

 
   

Ärzte

 
   

Zahnärzte

 
   

Beamte

 
   

Zusatzversicherungen

 
 

Definition:
  

Unter Überschussbeteiligung versteht man die unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen vorgesehene Beteiligung der Versicherungsnehmer am Überschuss eines Versicherers.
   

 
Wem stehen die Überschüsse zu ?
Problematisch ist oft die Ermittlung des den Versicherten im Verhältnis zu anderen Berechtigten zustehenden Überschusses. Beim Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, der Rechtsform der HN, besteht Identität zwischen Mitgliedern und Versicherungsnehmern. Ein Bilanzüberschuss ist nach der Vorschrift § 38 Abs. 1 VAG an die in der Satzung bestimmten Mitglieder auszuschütten. Dazu kommt es in der Regel nicht, weil die VVaG allen Versicherten Rechtsansprüche auf Überschussbeteiligung einräumen. Dagegen haben bei der Versicherungs-Aktiengesellschaft die Aktionäre nach § 58 Abs. 4 AktG Anspruch auf den Bilanzgewinn. Die Interessen der Versicherten sind jedoch dadurch gewahrt, dass der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates die Beiträge, die für die Überschussbeteiligung zurückzustellen sind, bestimmt (§ 58 a VAG). Die den Versicherten rechtlich zustehenden Überschüsse werden, wie in der Lebensversicherung, bereits vom Rohüberschuss (Jahresüberschuss nach Steuern) ermittelt.
 

Rechtfertigung

Die Bevorzugung der Versicherten bei der Ausschüttung des Überschusses hat vier verschiedene Gründe:

  • Beim VVaG gehört die Überschussbeteiligung der Mitglieder zum Wesen der Gegenseitigkeitsversicherung. 
  • Das Marktgeschehen hat zu einer weitgehenden Angleichung der Unternehmenspolitik hinsichtlich der Überschussbeteiligung geführt. Der Wettbewerb zwingt die Versicherer, für entsprechende Ausschüttungen zu sorgen. Sogar in der Rückversicherung kennt man die Vereinbarung von Gewinnbeteiligungen. 
  • In der Lebensversicherung beruht die Überschussbeteiligung auf den aus Sicherheitsgründen überhöhten Beiträgen. Die Notwendigkeit der absoluten Sicherstellung der Versicherungsleistungen führt zu vorsichtigen Annahmen hinsichtlich des Sterblichkeitsverlaufes und des Rechnungszinses. Daraus ergeben sich Erträge für die Versicherer, die faktisch zu 98 % den Versicherten ausgeschüttet werden. Die Überschussbeteiligung bildet einen Bestandteil der Prämie der Lebensversicherung. 
  • Für die KFZ-Haftpflicht besteht eine gesetzliche Versicherungspflicht. Dabei hat der Gesetzgeber auf angemessene Beiträge und eine gerechte Verteilung entstandener Überschüsse zu achten.

Überschussbeteiligung in der PKV

Verbreitet in der privaten Krankenversicherung ist die Überschussbeteiligung in Form der beiden folgenden Arten:

Erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung in Form von Barausschüttung. Sie hat sich aus dem Wettbewerb entwickelt. Die erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung, die in Monatsbeiträgen beziffert wird, erfolgt an Versicherungsnehmer, die keine Leistungen in Anspruch genommen haben. Mit einer solchen Rückerstattung können vor allem junge und gesunde Versicherte rechnen.

Beitragsrückerstattung in Form von Einmalbeiträgen: Hier finanziert das Versicherungsunternehmen dauerhafte Beitragsreduzierung, z.B. im Zusammenhang mit Milderungen von Beitragsanpassungen, Beitragssenkungsmaßnahmen für ältere Versicherte o.ä..

Generell gilt: Überschüsse werden steuerfrei den Rückstellungen für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung (RfB) zugeführt und innerhalb von 3 Jahren zugunsten der Versicherten verwendet.

Die Verwendung der RfB ist bei der HN in den AVB II §4 (3) und in § 26 der Satzung geregelt. So regelt § 26 der Satzung auch die Form der Ausschüttung an die Mitglieder: Sie kann erfolgen als "Auszahlung oder Gutschrift von Beitragsteilen, Leistungserhöhung, Beitragssenkung, Verwendung als Einmalbeitrag für Leistungserhöhungen oder zur Abwendung bzw. Milderung von Beitragserhöhungen." Die näheren Bestimmungen über die Art sowie den Zeitpunkt der Ausschüttung an die Mitglieder trifft die Hauptversammlung auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat im Einvernehmen mit der Aufsichtsbehörde. Auf eine Verwendung der Rückstellung für erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung entsprechend dieser Bestimmung haben die Mitglieder einen Rechtsanspruch.
 

Copyright © 2006  G. Mack, Versicherungsmaklerin, mail@mack-finanz.de